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MAZ 29.05.2006 / Potsdam-Mittelmark
"Buckau ist mein Dorf"
Fast 100 Mitwirkende präsentieren im Festumzug 1060-jährige Geschichte
SILVIA ZIMMERMANN
BUCKAU Wenn ein Dorf seine Geschichte feiert, drückt sogar Petrus für ein paar Stunden ein Auge zu. Glück hatten die Buckauer und ihre Gäste am Sonnabend beim Festumzug. Der Himmel blieb trocken und die Sonne schickte ab und an ihre Strahlen. Die zahlreichen Zuschauer freuten sich und geizten nicht mit Applaus. Fast 100 Mitwirkende stellten in gut 15 Schaubildern die 1060-jährige Geschichte Buckaus dar - von den Jägern und Sammlern aus der Vorzeit bis zur Technik von heute. Gespannt waren vor allem die Buckauer auf ihr Gefolge in historischen Gewändern und auf die alte Technik. "Das meiste kam von den Buckauern selbst", so Heimatvereinschef Fritz Schmidt. Er koordinierte den Festzug und sorgte dafür, dass alles reibungslos ablief. Einige Kostüme gab es aus dem Fundus vom Brandenburger Theater.

Zu sehen waren die Bauern, die Kirche mit ihren Vertretern, alte Berufe wie Imker, Fischer und Schäfer. Das alte Handwerk wurde gezeigt, das über viele Jahre den Menschen Lohn und Brot gab. Da ein Dorf nur so alt werden kann, wenn es reichlich Nachwuchs hat, präsentierten sich die Kleinsten im besonders farbenfrohen Schaubild - vom Baby im Kinderwagen bis zu Schülern und jungen Mädchen in roten Röcken und weißen Blusen, die nach dem Umzug Kuchen verkauften. Das Dorfleben wird geprägt von der Arbeit auf dem Feld, der Feuerwehr, von den Menschen, die dort leben und das spiegelte sich in den Bildern wider. Dabei wurde das Leben in der DDR nicht vergessen. "Sieh mal, der Briefträger und der ABV von früher", rief man sich zu. Den guten alten Konsum brachten Gabriele Willuhn und Steffi Bahlke mit typischen Ostprodukten in Erinnerung. Willuhn verbrachte ihre Jugend in Buckau und lebt schon lange in Jeserig. "Buckau ist mein Dorf", sagte sie begeistert. Von den Zuschauern umliegender Orte hörte man nur Lob. Zufrieden auch Bürgermeister Krieger, der im historischen Gewand den Umzug anführte. Er war selbst erstaunt, was alles auf die Beine gestellt wurde. Das 235-Seelen-Dorf in der Großgemeinde Buckautal hatte seinen Feiertag gründlich vorbereitet. Zum Auftakt spielte das Bläserensemble des Polizeiorchesters Brandenburg, das Minister Schönbohm als musikalischen Blumenstrauß schickte. Die Frauen sorgten für Kuchen, eine Tombola für Überraschungen, die Männer stellten die Kegelbahn auf. Feuerwehr- und Heimatverein bereiteten die Ausstellungen zur Geschichte vor. Viele waren doppelt beschäftigt. Die Alten genossen das Treiben. Sie waren 1974 bei der 1025-Jahr-Feier aktiv. Die Ausstellung von damals, die 2004 beim Aufräumen der Scheune gefunden wurde, war noch einmal zu sehen. Und wenn Helga Säger den Hochzeitszylinder ihres Mannes, den er zu ihrer Hochzeit 1950 trug, für Sohn Werner aus dem Schrank holt, ist es für Buckau schon ein ganz besonderer Feiertag.

MAZ 24.05.2006 / Potsdam-Mittelmark
Festumzug wird zum Höhepunkt
Wie Buckau am Wochenende feiert

Jetzt ist es soweit - am Wochenende wird gefeiert. "Bescheiden, aber herzlich wollen wir mit unseren Gästen die 1060-Jahr-Feier begehen", sagt Bürgermeister Hans-Christian Krieger. Die Feierlichkeiten beginnen am Sonnabend um 11 Uhr mit der Eröffnung des Festzeltes, samt Rundumversorgung.
Den musikalischen Auftakt gibt ab 12 Uhr das Bläserensemble des Polizeiorchesters Brandenburg. Eine Stunde später wird sich der Festumzug durchs Dorf in Bewegung setzen. In zahlreichen Schaubildern unternehmen kostümierte Buckauer und ihre Helfer aus Nachbardörfern eine Zeitreise durch die Geschichte. Der Festumzug ist der Höhepunkt der 1060-Jahr-Feier. Eröffnet werden zwei Ausstellungen. In der Scheune des Heimatvereins sind bäuerliche Gerätschaften zu sehen. Schautafeln zur Geschichte von Buckau und Pramsdorf wurden im Gemeindehaus aufgestellt. Das Kuchenbüfett wird eröffnet, das Blasorchester Ziesar tritt auf. Beim Kegeln gibt es wertvolle Preise zu gewinnen. Ab 19 Uhr Tanz im Festzelt.
Der Sonntag beginnt um 9.30 Uhr mit einem Frühschoppen. Es spielen die Ziesaraner Burgmusikanten. Ab 14 Uhr wird in der Dorfkirche goldenen Konfirmation gefeiert. Abschluss der 1060-Jahr-Feier ist ein Konzert für Trompete und Orgel mit Peter-Michael Seifried um 17 Uhr in der Kirche. Parkplätze auf dem Reitplatz.

MAZ 19.04.2006
Neue Dorfstraße und Brückenbau
Was in Dretzen und Buckau bevorsteht / Wird die B 107 verlegt?
BUCKAUTAL Verkehr und Straßenbau werden die Gemeindevertreter in den nächsten Jahren schwer beschäftigen. „Die Laster durch Buckau stinken uns im wahrsten Sinne des Wortes an“, beklagte Bürgermeister Hans-Christian Krieger bei der jüngsten Gemeinderatssitzung die Lage entlang der durch das Dorf führenden B 107. Die Straße wird von vielen Brummis als Verbindung zwischen A 9 und A 2 genutzt. Amtsdirektor Norbert Bartels berichtete von „ersten Gesprächen“ mit dem Landesbetrieb für Straßenwesen über eine Ortsumfahrung, wie sie zum Beispiel das Nachbardorf Rottstock schon erhalten hat. „Denkbar ist eine Verlegung der B 107 entlang des alten Schienenweges, um dann an der Birkenreismühle an die vorhandene Straße anzuknüpfen“, so Bartels. Entschieden ist jedoch noch lange nichts.

Fest steht dagegen, dass es eine umfangreiche Sanierung der Dorfstraße mit Gehweg in Dretzen geben wird. In mehreren Jahresschritten sind bis 2008 insgesamt 481 000 Euro an Ausgaben vorgesehen. 240000 Euro sollen vom Land kommen, 118 000 Euro gibt die Kommune dazu. Dabei handelt es sich um Entschädigungszahlungen des Windparkinvestors Seeba. 123 000 Euro sind an Beiträgen der Anlieger eingeplant. Eine entsprechende Straßenausbaubeitragssatzung war in Dretzen vor der Verabschiedung des Haushaltes bei einer Einwohnerversammlung diskutiert worden. Die Abgeordneten von Buckautal beschlossen daraufhin die Satzung. Thomas Härtel aus Dretzen erinnerte in diesem Zusammenhang an den schlechten Zustand der Verbindungsstraße zwischen Buckau und Dretzen. Eine grundhafte Sanierung würde die Kräfte der Gemeinde übersteigen. Bürgermeister Krieger: „Da können wir zurzeit nur Löcher flicken.“

Größte Bauinvestition im Ortsteil Buckau ist der Neubau der Brücke über die Buckau in der Pramsdorfer Straße. Fertig werden soll das Bauwerk 2007. Dafür sind Gesamtausgaben in Höhe von 354 000 Euro vorgesehen. 70000 Euro nimmt die Kommune als Kredit auf. Dazu kommen Fördermittel vom Land. Wegen des maroden Zustandes der Brücke ist ihre Tragkraft bereits auf 7,5 Tonnen begrenzt. bü

MAZ 19.04.2006
Die Hand ist oben
FRANK BÜRSTENBINDER: MOMENT MAL
Was für Rottstock gut war, kann in Buckau nicht falsch sein. Eine Umfahrung muss her. Wer eine Bundesstraße vor der Haustür hat, ist kaum zu beneiden. Nicht nur Häuser, auch die Menschen leiden unter dem Schwerverkehr. Und der hat abseits der Autobahnen mit Einführung der Lkw-Maut spürbar zugenommen. Nun war die B 107 schon immer eine wichtige Verbindung zwischen der A 9 und der A 2. Doch was die Buckauer in ihrem ansonsten beschaulichen Dorf derzeit an Verkehrsaufkommen verkraften müssen, geht an die Nerven. Bürgermeister Hans-Christian Krieger hat die Problematik bei der jüngsten Gemeinderatssitzung aus gutem Grund angesprochen. Die direkten Einflussmöglichkeiten der Kommune sind jedoch bei einer Bundesstraße gering. Daher ist es richtig, wenn Amtsdirektor Norbert Bartels beim Landesbetrieb für Straßenwesen schon mal die Hand ganz hoch hebt. Wer sich nicht rührt, wird leicht vergessen. Die ersten Gespräche lassen hoffen, dass Buckau eines Tages mit einer Ortsumfahrung an der Reihe ist. Bis dahin hat die Gemeinde Buckautal jede Menge eigener Straßenprobleme zu bewältigen. Wie bei Land und Bund wird das Tempo allerdings vom Geld bestimmt.

MAZ 18.04.2006
Für Ostereier geht es steil bergab
Der Gesundbrunnen bei Rottstock war am Wochenende Ausflugsziel

SILVIA ZIMMERMANN
ROTTSTOCK Niemand weiß wohl genau, seit wann Familien Ostern zum Gesundbrunnen pilgern. Für Fremde ist es nur ein Waldstück zwischen Rottstock und Buckau mit einer Quelle. Die Einheimischen dagegen können viele Geschichten um den geheimnisvollen Kessel erzählen. Der Gesundbrunnen hatte vor 250 Jahren eine ganz hervorragende Heilquelle, was ihm im Volksmund seinen bekannten Namen einbrachte. Von weither kamen die Kranken, um in dem Wasser zu baden.

Der 1767 dort amtierende Pfarrer schreibt, dass der Gesundbrunnen wieder von vielen Menschen besucht werde. „Ob jemand durch den Gebrauch des Wassers gesund geworden, darüber meldet das Kirchenbuch nichts“, vermerkt der Anzeiger von Ziesar im Jahre 1905.

Heute macht man sich am ersten Ostertag nach dem Mittagessen auf den Weg zum Quellgebiet. Allerdings nicht, um ins Wasser zu gehen. Familie Schönfeld aus Rottstock war wie jedes Jahr mit den Kindern und Enkeln hier. „Jeder hat hier seinen Stammplatz“, erzählte Regina Schönfeld. Die Enkel Anna und Alyssa-Celine trudelten Eier den steilen Abhang hinunter. Es wurden richtige Trudelbahnen angelegt und nicht nur die Kinder hatten ihren Spaß daran.

„Der Quell, der erst Ende des 17. Jahrhunderts bei einem Unwetter entstanden sein soll und der früher die Anwohner durch Versandung des Flussbettes und der Wiesen schwere Schäden bereitete, hat längst aufgehört dieses boshafte Spiel zu treiben. Nun perlt das eiskalte und herrliche Wasser im Kessel und rauscht im tiefen Bett, eingeengt von hohen steilen Böschungen“ (aus dem Anzeiger von Ziesar 1905).

Das Gebiet um den Gesundbrunnen ist etwas für Kletterfreunde. Um zu den Quellen zu gelangen, muss man steile Böschungen herunterklettern. Ben Böttcher (25) und Jaqueline Graubaum (23) wagten am Sonntag das schwierige Unternehmen. Jaqueline war schon hier, als sie noch in den Kindergarten ging. Beide kamen mit weiteren 24 Buckauern. Auf der anderen Seite vom Tal saßen die Dretzener Jugendlichen. Seit fast zehn Jahren fahren auch sie gemeinsam zu diesem Naturschauplatz. In den Rucksäcken gehört auch hochprozentiges Osterwasser. „Früher hat man auch das richtige Wasser des Gesundbrunnens gekostet“, erklärten sie. Der Ursprung des Osterwasserholens liegt in grauer Vorzeit, als den germanischen Frauen noch kein anderes Schönheitsmittel bekannt war, als die verjüngende Kraft des klaren Baches. Der Sage nach hatte die gütige Frühlingsgöttin Ostara den Menschen das belebende Quellwasser geschenkt, hatte die heitere Welle aus dem Stein gerufen, um den Menschen zu dienen. Nur mussten sich die Pilger im ersten Morgengrauen ein tiefes Schweigen auferlegen, bis sie mit ihrer tröstlichen Gabe die heimische Hütte erreichten. Und als sich denn am Festmorgen der erste Dämmerschein im Osten zeigte, da wanderten die törichten eitlen Weiblein hinaus zum fließenden Gewässer, klopfenden Herzens und beseelt von den besten Vorsätzen des heiligen Schweigens. Doch lauerte auch der Versucher am Pfade, der junge Bursche, der sich viel Mühe gab, ein heiteres Geschwätz zu beginnen. Die Jungfrau mochte sich wohl ein Weilchen standhaft auf die Lippen beißen. Der niedliche Mund verzog sich bald zum schelmischen Lächeln und unwillkürlich platzte ein Wörtchen der Erwiderung hervor. O weh! Nur ein einzig Wörtchen, aber nun war der ganze Zauber gebrochen und das wundertätige Wasser blieb für sie wirkungslos (aus dem Anzeiger von Ziesar 1907).

Zum Glück muss keiner heute mehr schweigen. Sagen und Traditionen haben das Eiertrudeln am Gesundbrunnen am Leben erhalten. Der Gesundbrunnenbach fließt derweil ruhig den Hang herab und speist die 24 Teiche der Forellenzuchtanlage von Andreas Franke, die bereits 1910 angelegt wurde.

MAZ, 15.04.2006
Ältestes Dorf in Brandenburg feiert
Die Buckauer bereiten sich auf die 1060-Jahr-Feier vor /
Festumzug ist Höhepunkt

BUCKAU Bescheiden, aber stimmungsvoll. So soll die 1060-Jahr-Feier werden, auf die sich die Buckauer derzeit vorbereiten. „Ein großes Fest mit berühmten Künstlern können wir uns nicht leisten. Wir waren schon immer arm. Und das werden wir auch zeigen“, kündigt Bürgermeister Hans-Christian Krieger nicht ohne Augenzwinkern an.

Der urkundlichen Ersterwähnung wird am 27. und 28.Mai mit einem bunten Treiben in der Dorfmitte gedacht. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Im Mittelpunkt steht ein Festumzug, bei dem kostümierte Buckauer und Einwohner aus den Nachbardörfern die bewegte Geschichte der Gemeinde und ihrer Menschen in zahlreichen Schaubildern darstellen. Noch werden Interessenten gesucht, die den Festumzug bereichern wollen. Dazu findet am 20. April um 19 Uhr eine weitere Zusammenkunft im Gemeindehaus statt. Dort wird zum Dorffest eine Ausstellung zu sehen sein, die bereits zur 1025-Jahr-Feier von Herbert Langhammer konzipiert wurde. „Die Tafeln haben die vielen Jahre auf einem Dachboden überdauert und werden derzeit aufgearbeitet“, verrät Bürgermeister Krieger. Auf dem Programm, an dessen Details noch gefeilt wird, stehen außerdem Frühschoppen, Blasmusik, Kinderbelustigung, ein Festzelt wird aufgebaut.

Seit Mittwoch ist auch die Finanzierung offiziell gesichert. Die Gemeindevertreter von Buckautal verabschiedeten den Haushalt. Für die 1060-Jahr-Feier im Ortsteil Buckau werden 2300 Euro freigegeben. Außerdem unterstützen Sponsoren das Fest. Die Veranstalter rechnen am letzten Mai-Wochenende mit vielen auswärtigen Besuchern, da auch die Goldene Konfirmation stattfindet.

Buckau wurde erstmals 946 urkundlich erwähnt. Kaiser Otto I. schenkt den Buckauer Hohnigzehnt dem Moritzkloster zu Magdeburg. Der Ort gilt damit als das älteste urkundlich belegte Dorf in ganz Brandenburg. Berühmt ist der gotische Schnitzaltar in der romanischen Feldsteinkirche, wo der älteste Grabstein der Mark Brandenburg (um 1200) zu finden ist. bü

 
MAZ 10.03.2006
Denkmal Kirche
FRANK BÜRSTENBINDER: MOMENT MAL
Bei allem, was künftig mit der Dretzener Dorfkirche passiert, wird der Denkmalschutz ein Wörtchen mitzureden haben. Auch wenn es um die Verantwortung der Kirche im Umgang mit ihrem einsturzgefährdeten Gotteshaus geht, dürfen nun staatliche Behörden sanften Druck auf den Kirchenkreis Elbe-Fläming ausüben. Viele Jahre hatte der sich nicht um den Bau gekümmert. Bis heute dringt Wasser in das preußische Bethaus ein, worunter auch die angrenzende alte Schule leidet. Soll diese einmal ein Dorfgemeinschaftshaus werden, muss auch die Kirche in einem halbwegs soliden Zustand sein. Doch im Kirchenkreis stellt man sich längst die Frage, ob Dretzen mit 35 eingetragenen Christen überhaupt eine eigene Kirche braucht. Natürlich können die Dretzener auch die Buckauer Kirche besuchen. Doch Pfarrer Johannes-Christian Rost aus Ziesar spürt die Aufbruchstimmung im Dorf. Er warnt vor einer vorschnellen Aufgabe des historischen Bethauses. Wenn die Dretzener sich engagieren und die Kirche nutzen, hat sie eine Daseinsberechtigung. Gelungene Beispiele dafür gibt es. In Gortz, Lünow, Saaringen und anderswo haben sich als hoffnungslose Fälle geltende Kirchen wieder ins Gemeindeleben zurückgemeldet. Siehe S. 20


MAZ 10.03.2006
Denkmalpfleger entdecken Dretzen
Schul- und Bethaus unter Schutz gestellt
FRANK BÜRSTENBINDER

DRETZEN Das Land hat das 1908 errichtete Schul- und Bethaus unter Denkmalschutz gestellt. Für die bauliche Kombination von Schule und Kirche gebe es im Land Brandenburg nur noch wenige Beispiele. Außerdem nehme das Ensemble eine exponierte Stellung im Dorfgefüge von Dretzen ein, begründen die Denkmalpfleger die Unterschutzstellung.

Für Sylke Schmelzer vom Gemeindekirchenrat Buckau/Dretzen ist die Aufnahme in die Denkmalschutzliste ein erster wichtiger Schritt zur Rettung des Gebäudes. Wie berichtet, droht im Kirchenteil Einsturzgefahr. Der Hausschwamm breitet sich aus, die Statik ist aus den Fugen geraten. Eine Sanierung würde mindestens eine sechsstellige Summe verschlingen. Geld, das derzeit weder die Kirche noch die politische Gemeinde als Besitzerin des Schulteiles aufbringen können.

An der misslichen Lage wird so schnell auch nichts die Erhebung des Baus als Denkmal ändern. Im Kirchenkreis Elbe-Fläming gibt es 146 Kirchen. Bei Superintendent Wolfgang Schmidt in Burg sind für 2006 Sanierungsanträge eingegangen, deren Wert dreimal so hoch ist, wie das zu verteilende Geld. Am Mittwoch erst hat der Kreiskirchenrat auch über Dretzen beraten. „Ich habe Hochachtung vor dem Engagement von Frau Schmelzer und anderen Dretzenern“, sagte Superintendent Schmidt gestern dem Landkurier. Doch der Kreiskirchenrat will Fakten sehen. Unter anderem soll die Kirchengemeinde Buckau/Dretzen, die dem Pfarrspiel Ziesar angehört, erklären, wie sie mit insgesamt 101 aktiven Christen zwei Kirchen finanzieren und nutzen will. Erst nach einer Zuarbeit werde man Entscheidungen fällen, so Schmidt.

Bleibt der Kirchenbau weiter seinem Schicksal überlassen, droht dem sich unmittelbar anschließenden Schulhaus weiterer Schaden. Die Gemeinde Buckautal ist bereit in diesem Jahr 7000 Euro auszugeben, um die Stützstelle zwischen kommunalem und kirchlichem Teil zu reparieren. „Leider wacht die Kirche jetzt erst auf“, bedauert Gemeindebürgermeister Hans-Christian Krüger. Weitere Investitionen kann sich der Bürgermeister nur vorstellen, wenn auch die Kirche Gelder zur Verfügung stellt. Wie berichtet, wird in Dretzen intensiv darüber nachgedacht, den gemeindeeigenen Teil des Gebäudeensembles verstärkt für die Allgemeinheit zu nutzen.

Anlass für den Bau des Schul- und Bethauses unter Wilhelm II. war vermutlich die Aufgabe benachbarter Dörfer im Zuge der Anlegung des Truppenübungsplatzes Altengrabow im Jahr 1895.



  


Die Kirche - Wochenzeitung für Anhalt und die Kirchenprovinz Sachsen www.die-kirche-online.de Nr. 52, 25. Dezember 2005 Weihnachten S. 7 http://www.kirchenprovinz.de/490.htm 

Gemeindeporträt: Im brandenburgischen Buckau
ist das Gotteshaus nicht nur an Weihnachten gefüllt


Buckau an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt hat einiges zu bieten. Hier gibt es nicht nur wertvolle Kunstschätze zu bestaunen, sondern auch eine kleine, aber aktive Kirchengemeinde.

Von Benjamin Lassiwe
Überall in der kleinen Dorfkirche von Buckau (Kirchenkreis Elbe-Fläming) brennen die Kerzen. Auf den Kirchenbänken, im Kronleuchter an der Decke und am Adventskranz vor dem Altar. Am Samstag vor dem 3. Advent ist die Kirche gut besucht: Der Organist Peter-Michael Seifried und der Panflötenspieler Helmut Hauskeller aus Berlin sind gekommen, um die Buckauer und ihre Gäste mit einem kleinen Konzert in Weihnachtsstimmung zu versetzen.

Rund 70 Einwohner des etwa 250 Seelen zählenden Dorfes gehören der evangelischen Kirche an, "viele aus Jahrhunderte alter Familientradition", sagt Pfarrer i.E. Johannes-Christian Rost aus Ziesar, der sich mit seiner Frau Claudia die Pfarrstelle des Kirchspiels teilt. Aber auch Menschen, die schon längst aus ihrer Kirchengemeinde ausgetreten sind, besuchen das Konzert. Zum Beispiel Ute Lenz. Beim gemeinsamen Adventskranzbinden in der Kirchengemeinde hat sie ebenfalls mitgemacht. "Wenn es die Gemeinde nicht gäbe, wäre hier bei uns doch alles tot." Ähnlich sieht das auch der Bürgermeister der politischen Gemeinde Buckautal, Hans-Christian Krieger. Auch er ist vor vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten.

"Die Kirchengemeinde hat sich in den letzten Jahren zum Mittelpunkt des Dorfes entwickelt", sagt Krieger. Die Konzerte und Feste der Gemeinde seien Höhepunkte in Buckau. Natürlich müsse die Kirche dringend saniert werden. Zwar habe die Kommune nicht immer für alles Geld - "aber wir versuchen, zu helfen, wo immer es geht". Der Heimatverein hat eine Arbeitsgruppe "Dorfkirche" gebildet und auch die Männer der Freiwilligen Feuerwehr engagieren sich in Buckau für den Erhalt ihrer Kirche.

Herz der Gemeindearbeit ist der regelmäßig zusammentreffende Frauenkreis, erzählt Pfarrer Rost. Gegründet von seinem Vorgänger, trafen sich schon zu DDR-Zeiten in Buckau zwölf bis fünfzehn Frauen. Weil es kein Gemeindehaus im Dorf gibt, wird in der Sakristei Kaffee getrunken.

Jede Teilnehmerin bringt ihr Gedeck selber mit. Auch der Pfarrer ist einmal im Monat dabei, und hält den Damen eine Andacht.
Aber der Frauenkreis packt auch an: Vom Kirchenputz bis zum Schmieren der Schmalzbrote für das Adventskonzert reicht die Bandbreite der Aktivitäten. Und die Frauen haben das Geld für den Erhalt des gotischen Schnitzaltars gesammelt, der an Pfingsten frisch restauriert seinen Weg zurück in die Kirche fand. Seitdem gehört die Dorfkirche zu den "Offenen Kirchen in der Kirchenprovinz Sachsen". Die "Muttergottes von Buckau" ist zum Ziel für viele Touristen und sogar für Gemeindeausflüge geworden. Bis zu 50 Besucher können an den vier großen Tischen unter der Empore Kaffee trinken.

Bildunterschrift: Durch Konzerte (oben) und die Muttergottes von Buckau (li.) hat sich das Dorf zu einem Anziehungspunkt gemausert. Herz der Gemeindearbeit ist der Frauenkreis (Mitte), der sich regelmäßig in der Kirche trifft. Fotos: Heike Schulze / privat (2)  

"Es war natürlich auch ein klarer Gewinn für diese Gemeinde, dass die Gandows damals nach Buckau gezogen sind", sagt Pfarrer Rost. Vor einigen Jahren hat die Familie aus Berlin das frühere Pfarrhaus in Buckau einem Künstler abgekauft. Gelegentlich greift Pfarrer Thomas Gandow, der Beauftragte für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist, seinem jungen Kollegen unter die Arme und hält einen Gottesdienst, während sich seine Frau Ute Gandow in Magdeburg zur ehrenamtlichen Kirchenführerin ausbilden ließ. Als eine von drei Buckauer Gemeindeältesten engagiert sie sich nicht nur für den Erhalt der Dorfkirche, sondern auch für eine selbstbewusste Ortsgemeinde. "Nach dem Altar steht nun die Orgel auf unserem Programm", sagte sie nach dem Konzert.

Denn die alte Dame auf der Empore ist längst nicht mehr vollständig spielbar. Manche Register klemmen, Pfeifen müssen erneuert werden. "Dafür engagiert sich das ganze Dorf", sagt Ute Gandow. "Das Schöne in Buckau ist, dass sich bei Festen, Konzerten und besonders am Heiligabend wieder viele Menschen in die Kirche trauen".

"Die Kirche hat sich in den letzten Jahren zum Mittelpunkt des Dorfes entwickelt"

Doch auch in seinem Kirchspiel stehen große Aufgaben an, weiß Pfarrer Rost. Während es anderswo in der Kirchenprovinz schon eine gute Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Dorfgemeinden gibt, stehe man in Ziesar hier noch ziemlich weit am Anfang. Überall im Land müsse die Kirche noch attraktiver für Ungetaufte und Kirchenferne werden. "Hier sind wir ganz sicher schon sehr weit gekommen", sagt der Pfarrer. "Aber bis sich die Menschen taufen lassen, und in die Kirche eintreten, ist es doch ein weiter Weg."

 
MAZ 12.12.2005 / Brandenburg/Havel
Eiskalt erwischt bei Kerzenschein
Panflöte unterstützt die Buckauer Orgel
ANN BRÜNINK

BUCKAU Der heimelige Schein der vielen, vielen Kerzen im kleinen Buckauer Gotteshaus konnte nicht darüber hinweg täuschen: "Sie sind die Härtesten, weil Sie sich bei dieser Eiseskälte hierher getraut haben", begrüßte am Samstagnachmittag Kirchenälteste Ute Gandow die etwa 50 Besucher des Adventskonzerts. Und sie hat nicht untertrieben: Während der knappen Stunde, die das Konzert für Panflöte und Orgel dauerte, bahnte sich die beißende Kälte ihren Weg auch durch die dickste Vermummung.

"Kommet ihr Hirten": Die vertrauten weihnachtlichen Klänge, die der Autodidakt Helmut Hauskeller auf seiner Panflöte mit dem typischen heiseren Klang zu Gehör brachte, entfalteten in der eiskalten Kirche eine ganz besondere Wirkung. Man konnte sich gut vorstellen, wie es Maria und Joseph ergangen sein mag, damals im Stall zu Bethlehem. Wer weiß, vielleicht hatten die herbei eilenden Hirten auch schon Panflöten dabei, immerhin handelt es sich ja um eines der ältesten Instrumente der Welt

"In jeder Stimmlage fehlen einige Pfeifen. Insofern wäre es gut, wenn Sie Bewunderung für dieses Instrument im Herzen tragen. Denn die Orgel rattert und muss sich arg quälen, um Töne zu produzieren, obwohl eigentlich nichts mehr geht", erläuterte Orgelvirtuose Peter-Michael Seifried, der auf eine weltweite Konzerttätigkeit verweisen kann und der seit 1982 an der Dorfkirche Berlin-Marienfelde als Kantor und Organist wirkt. Um so beachtlicher, dass es ihm immer wieder gelang, den wunderbaren Klang der Orgel zu erwecken.

So konnten sich die Zuhörer vorstellen, wie herrlich die Boettcher Orgel, die am 1. April 1864 in der Buckauer Kirche eingebaut wurde, nach der geplanten Restaurierung einmal klingen wird. 12 000 Euro habe man dieses Jahr an Spenden dafür eingenommen, informierte Ute Gandow. Einen wesentlichen Anteil an diesem schönen Ergebnis hätten die mehr als 1000 Besucher gehabt, die nach Buckau gekommen sind, um den wunderbar restaurierten Marienaltar zu sehen. Im Jahre 2007 werde man voraussichtlich die für die Restaurierung der Orgel benötigten 30 000 Euro beisammen haben, so die Kirchenälteste zuversichtlich.

Leider gab es kein Programm zu dem Konzert. So war nicht immer leicht zu unterscheiden, ob die Orgel schräge Töne von sich gab oder ob es sich um ein modernes Opus handelt, wie beispielsweise das Stück "Maria and her Baby", das der inzwischen leider verstorbene amerikanische Komponist Eugene W. Hancock für seinen Freund Helmut Hauskeller geschrieben hat. Bei dem Zustand der Orgel sei es unmöglich, sich vorher auf einen Programmablauf festzulegen, erläuterte Seifried. Das müsse nach der jeweiligen Tagesform des Instrumentes spontan entschieden werden. Für "Stille Nacht, heilige Nacht" war die alte Dame Gott sei Dank in Bestform.

MAZ 01.11.2005
"Wunderschöne Asthmatikerin" 
Buckau: Orgel braucht Überholung
CAROLINE MARGGRAF
BUCKAU Der gestrige Reformationstag wurde in der Buckauer Dorfkirche bereits am Samstag mit einer Begegnung der besonderen Art eingeläutet. Klänge von Bach, Cacchini und Mendelssohn trafen auf Texte Luthers zum Magnifikat. Das Orgelkonzert, geleitet von Andreas Behrendt aus Lehnin und Peter-Michael Seifried, Kloster Zinna, stellte den Auftakt für eine dreitägige Veranstaltungsreihe anlässlich des auf Martin Luther zurückzuführenden Feiertages dar.

Im dämmrigen Licht der etwa hundert Kerzen las Thomas Gandow mit sonorer Stimme die fast 500 Jahre alten Textpassagen aus einem seit 1579 erhaltenen Werk des Kirchenreformators. Im kurzen Wechsel folgten sowohl festliche als auch besinnliche Töne, die die etwa vierzig Besucher von nah und fern begeisterten und in eine fast vorweihnachtliche Stimmung versetzten. Dabei fehlten auch Kuchen und Glühwein nicht.

Letztlich waren aber nicht nur die schönen Töne Anlass für das gut einstündige Konzert, sondern auch der Aufruf zu einer Spende, um die alte Dame restaurieren zu können. "Schicken Sie mal eine Asthmatikerin auf einen Marathon und lassen Sie sie dann singen - Sie können sich vorstellen, wie sich das anhört", beschreibt Peter Seifried im Prolog den Zustand des Instrumentes. Die 1864 von Carl Böttcher geschaffene Orgel bedarf einer baldigen Generalüberholung, sollen ihren Pfeifen auch zukünftig derlei Klänge entlockt werden. 30 000 Euro sind dafür nötig, wovon innerhalb einen Jahres bereits 11 400 Euro zusammenkamen, nicht zuletzt durch den engagierten Frauenkreis und Musiker, die aus Freude, wie sie sagen, für regelmäßige Konzerte in der Dorfkirche zur Verfügung stehen.

Der Erlös des Konzertes vom Samstag in Höhe von immerhin 166,50 Euro wird schwesterlich mit dem Schul- und Bethaus Dretzens geteilt, schließlich solle dieses nicht im Schatten Buckaus stehen, sondern sich an dessen Seite wärmen, so Thomas Gandow. Über eine Spende auf das angegebene Konto, aber auch über einen Besuch würde sich die Gemeinde freuen, was nachmittags von Dienstag bis Sonntag möglich ist. Unkompliziert können sich Besucher auch bei Familie Gandow im Pfarrhaus nebenan melden. Dort erfährt man auch Näheres über das nächste Konzert am Vorabend des dritten Advents - dann bringt Peter-Michael Seifried seine Panflöte mit.

Spendenkonto: KVA Burg, Kt.Nr. 3625002751, BLZ 16050000, MBS, Kennwort "Buckau Orgelspende". 
Nachzulesen bei der Märkischen Allgemeinen am 1.11.2005

MAZ 29.10.2005
Dretzen macht es Luther nach
Am Reformationstag darf jeder seinen Unmut an der Kirchentür kundtun

FRANK BÜRSTENBINDER

DRETZEN 488 Jahre nach Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg dürfen am Reformationstag die Dretzener ihren Frust rauslassen. An der gerade reparierten Kirchentür kann ab 14.30 Uhr jeder kundtun, was ihm nicht passt und wo der Schuh drückt. „Wer Reiter ist, klebt seinen Zettel im Sattel sitzend ans Tor, so wie es früher üblich war“, ermuntert Silke Schmelzer vom Gemeindekirchenrat die Pferdesportler unter den Beschwerdeführern.

Kritik am Papst oder dem Ablasshandel sind am Montag kaum zu erwarten. Dafür haben die Dretzener laut einer Einwohnerbefragung mehrheitlich einen Wunsch: Das bald hundertjährige Schul- und Bethaus soll vor dem Verfall gerettet werden und der Gemeinde erhalten bleiben.

Doch die Zeit drängt. Bei einem Lokaltermin stellte der vom Kirchenkreis Elbe-Fläming entsandte Gutachter Holger Bönisch am Donnerstag klar: „Im Gebälk steckt der echte Hausschwamm. Nach allen Richtungen breitet er sich aus.“ Das ist nicht alles. Die Abstützung für den schiefen Glockenturm belastet die durchhängende Decke des Kirchenschiffs. Die Statik gerät aus den Fugen. Wegen Einsturzgefahr musste das Gotteshaus gesperrt werden. Nur zum Läuten darf Lothar Bräuer in den Vorraum. Kleinteilige Sanierungen helfen nicht mehr weiter. Alle angefaulten Balken müssen raus, dann ist eine Mauerwerkssanierung fällig.

Im Auftrag des Kirchenkreises wird Bönisch bis November eine Kostenschätzung für eine Restaurierung vornehmen. Rund 100 000 Euro gelten als nicht unwahrscheinlich. Doch woher nehmen? Nur ein Finanzierungsmix kann das 1908 errichtete Gebäude retten. Wie Baupflegerin Heidrun Krüger mitteilte, ist der Kirchenkreis bereit, für 2006 Gelder in den Haushalt für das Pfarrspiel Ziesar einzustellen. Unter diesen Umständen kann sich auch Dretzens Ortsbürgermeisterin Janett Gobel eine finanzielle Beteiligung der Kommune vorstellen. Auch die kleine Kirchengemeinde Buckau/Dretzen will tun, was in ihren Kräften steht. Erste Spenden gibt es schon. Am Sonnabend werden sogar die Einnahmen aus dem um 17 Uhr beginnenden Orgelkonzert in der Buckauer Kirche brüderlich mit den Dretzenern geteilt.

Mit dem heutigen Gemeindehaus bildet die Kirche eine architektonische Einheit. Eine Arbeitsgruppe denkt derzeit über ein Nutzungskonzept nach. Möglicherweise wird bald ein „Förderverein Schul- und Bethaus“ gegründet.


MAZ 2.10.2005
Mit der Kirchentür fängt alles an
In Dretzen steht ein kaiserliches Schul- und Bethaus /
Der Verfall soll nicht weitergehen

DRETZEN „Hier drin bin ich mal konfirmiert worden“, sagt Otto Nethe stolz. Das ist bald 60 Jahre her. Heute ist die kleine Dorfkirche marode, wegen Einsturzgefahr gesperrt. Kein Gottesdienst mehr. Die letzte Taufe, die letzte Trauung liegen lange zurück. Mit Pinsel und Farbe setzt der Rentner ein Signal gegen den Verfall des neoromanischen Backsteinbaus. Die von Tischler und Gemeindevertreter Andreas Rexhausen ausgebesserte Kirchentür bekommt einen frischen Anstrich. Die Treppe hatte sich bereits Dieter Nagel vorgenommen. Wenigstens der Eingang soll den Dretzenern zeigen: Unsere Kirche lebt noch. Akustisch sorgt dafür schon seit einiger Zeit Lothar Breuer. Jeden Sonnabend Punkt 18 Uhr läutet er den Sonntag ein.

Im Kirchspiel Ziesar steht die Dretzener Kirche im Schatten ihrer berühmten Schwestern in Buckau, Bücknitz und natürlich Ziesar. „Zu unrecht“, wie Sylke Schmelzer von der Kirchengemeinde Buckau/Dretzen findet. Der schlichte, aber wohl proportionierte Bau bildet einen Komplex mit dem heutigen Gemeindehaus und wurde 1908 auf Initiative von Kaiser Wilhelm II. als „Schul- und Bethaus“ errichtet. Davon gibt es nicht mehr viele im Land Brandenburg. Um so mehr schmerzt das Elend, das sich dem Betrachter bietet: Putz fällt von der Decke, Wasserschäden an den Wänden, ein staubbedecktes Harmonium scheint sich seinem Schicksal ergeben zu haben. Das Taufbecken wurde in eine dunkle Ecke verbannt. Im angrenzenden Schulhaus fehlt in Teilen der Fußboden. Weil das nicht so bleiben soll, hat sich eine Arbeitsgruppe aus engagierten Dretzenern gebildet, um ein Nutzungskonzept und einen Schlachtplan für die Rettung des Ensembles zu entwerfen. Auf deren Druck hin wurde man auch im zuständigen Kirchenkreis Elbe-Fläming wach. Ein Gutachter und eine Baupflegerin werden kommenden Donnerstag die Kirche besichtigen, um Vorschläge für die Zukunft zu machen.

Der Anlass für den Bau des Dretzener Schul- und Bethauses war vermutlich die Anlage des Truppenübungsplatzes Altengrabow und die damit verbundene Entsiedelung von Dörfern. Zum Beispiel wurden die Inventare der Gloiner Kirche auf die umliegenden Gemeinden verteilt. So kam Dretzen zu seiner aus dem 17. Jahrhundert stammenden Kanzel – einer der Lichtblicke in der Kirche. Wie die Herrenhuter Sterne, die seit 2002 in der Adventszeit mit ihrem Licht ein wenig Glanz zurückbringen. Der Anfang ist gemacht. bü

Gottesdienst zum Erntedank.
(Märkische Allgemeine vom 1./2. Oktober 2005)
BUCKAU. Am Sonntag findet in der Dorfkirche ein Erntedank-Gottesdienst statt, der um 10.15 Uhr beginnt. Im Anschluss gibt es die Erntedank-Suppe und eine Kaffeetafel.
Seit der Wiedereinweihung des restaurierten Altars ist Buckau zu einen Anziehungspunkt geworden.
Kirchenälteste Ute Gandow schätzt, dass seit Pfingsten über 700 Beucher das Gotteshaus besichtigt haben. Kaum jemand vergißt, für die Carl-Böttcher-Orgel zu spenden. Inzwischen sind etwas über 9600 Euro für eine Restaurierung zusammengekommen, das ist ein Drittel der benötigten Summe


MAZ 18.8.2005
Offene Kirche in Buckau kommt gut an
Altar ist ein Besuchermagnet
BUCKAU
"Es vergeht kaum ein Tag ohne Besuch." Seit der Altar im Mai wieder in der Buckauer Dorfkirche aufgestellt wurde, ist das Gotteshaus regelrecht zu einem Ausflugsziel geworden, erzählt Ute Gandow, Pfarrersfrau. Sogar die Gemeinde des Berliner Doms hat sich bereits angemeldet, will Altar, Gertrudis-Grabstein und die Heilige Maria besichtigen. Anschließend wird Domprediger Friedrich Wilhelm Hünerbein eine Andacht halten.

Mit dem kunstvoll verzierten Altar verfügt die Kirche im kleinen, nahe der Grenze zu Sachsen-Anhalt gelegenen Buckau über einen Schatz, der nach der Restaurierung erst wieder richtig zur Geltung kommt. Das gotische Schnitzwerk stammt aus der Zeit um 1400, zeigt Maria mit dem Jesuskind sowie die vier Heiligen: Katharina, Dorothea, Barbara und Gertrud. Die Seitenflügel sind mit den zwölf Aposteln bemalt. "Ehepaare und Radfahrer, aber auch ganze Reisebusse halten nun hier und wollen die Kirche besichtigen."

Mit der Rückkehr des Altars wurde das alte – um 1200 gebaute – Gemäuer zur offenen Kirche. Und sie haben noch einiges mehr vor, die Buckauer. Längst engagiert sich nicht mehr nur die Kirchengemeinde. Der Heimatverein und selbst die Dorfjugend packt mit an, wenn es etwa um die Vorbereitung von Kaffeetafeln und Grillwürstchen geht, mit denen der Eigenanteil für die Restaurierungen aufgebracht wird.

Das übrige Geld kommt von Spendern wie der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam. "Die Buckauer sind sehr engagiert, wenn es um den Erhalt und die Verschönerung der Kirche geht, die zu den ältesten Gotteshäusern in der Mark Brandenburg gehört", begründet Christian Ebert, Regionaldirektor der MBS mit Sitz in Belzig. Derweil hat der Frauenkreis schon weitere Pläne. Diese Gruppe, erklärt Ute Gandow, ist neben dem Heimatverein die treibende Kraft hinter den Arbeiten. Als Nächstes haben die zwölf Mitglieder des Kreises die Sanierung der Orgel ins Auge gefasst.

Eine Überholung wird aufwändig, weiß Ute Gandow. Die Zinnpfeifen wurden, wie vielerorts, während der Jahre des Ersten Weltkrieges demontiert und eingeschmolzen. Auf den Holzpfeifen ist die Orgel mehr schlecht als recht bespielbar. "Bei der letzten Hochzeit produzierte eine Pfeife einen so genannten Heuler – ein durchgehender und unangenehmer Ton", erinnert sich Ute Gandow. Zum Glück hat der nicht für dauerhafte Verstimmung gesorgt. Das Paar kommt wieder – zur Taufe ihres Kindes im August, übrigens die erste seit 13 Jahren.

Ferner steht der Gertrudis-Grabstein, der die Stufe zum Altar bildet, im "Visier" der Kirchengemeinde. Er wurde an zwei Seiten behauen, so dass die am Rand umlaufende Schrift nicht mehr vollständig entzifferbar ist. Nun soll ein Archäologe die fehlenden Zeilen untersuchen und damit vielleicht noch ein wenig Licht ins Leben der dort vor rund 800 Jahren begrabenen Frau bringen.
(Märkische Allgemeine vom 18. August 2005)  




Nach fast einjähriger Restaurierung ist der Marienaltar in die um 1200 gegründete Dorfkirche von Buckau bei Ziesar zurückgekehrt. Die Mittel für die aufwändigen Reinigungs- und Reparaturarbeiten an dem gotischen Schnitzaltar aus dem Jahre 1440 wurden durch eine Spendenaktion aufgebracht. Aufgefrischt zurück (Berliner Zeitung vom 8.6.2005)

07.06.2005
ÜBRIGENS...
... muss einem Orchester, das Pfingsten in Rottstock aufgetreten ist, ein Notenständer fehlen. Der Buckauer Pfarrersfrau Ute Gandow fiel das verchromte Stück nämlich von einem entgegenkommenden Fahrzeug vor die Räder. Der Verlierer wird noch gesucht. Er kann sich melden im Pfarrhaus Buckau, Tel. (03 38 30) 6 13 38.

Vor dem Marienaltar in der Dorfkirche von Buckau (Potsdam-Mittelmark) steht eine Frau. Nach fast einjährigen Reinigungs- und Reparaturarbeiten in der Werkstatt der Restauratorin Anna-Maria Meussling im anhaltischen Plötzky ist der alte gotische Schnitzaltar von 1440 nach Buckau zurückgekehrt. Die Arbeit hat Ähnlichkeit mit dem Flügelaltar des Nicolaus Coci von 1465 im Dom zu Brandenburg/Havel. Ermöglicht wurde die Restaurierung durch eine Spendenaktion. Foto: ddp - Bericht in der Lausitzer Rundschau im Mai 2005

  MAZ 26.05.2005
ÜBRIGENS...
... muss einem Blasorchester, das am Sonntag in Rottstock aufgetreten ist, ein Notenständer fehlen. Der Buckauer Pfarrersfrau Ute Gandow fiel das verchromte Stück nämlich von einem entgegenkommenden Fahrzeug vor die Räder. Jetzt wird der Verlierer gesucht. Als Finderlohn wäre ein Konzert in Buckau willkommen.


MAZ 21.05.2005
Zu „Marienaltar in Buckau zurück“, MAZ vom 17. Mai
Besonders schön und eindrucksvoll
BUCKAU Über den Bericht von der Wiederaufstellung des Marienaltars haben wir uns in Buckau sehr gefreut. An Pfingsten fand in Buckau nicht nur in einem feierlichen Morgengottesdienst die Wiederaufstellung unseres Altars statt, für dessen Restaurierung der Frauenkreis zwei Jahre lang bei bekannten und auch ungenannten Spendern im Dorf und bei Freunden der Dorfkirche im In- und Ausland Geld gesammelt hatte, sondern das Ereignis wurde den ganzen Tag lang gefeiert. Um 15 Uhr gab es in unserer Kirche ein Festkonzert des berühmten Ensembles „Vox Nostra“, auch im Zusammenhang mit der Eröffnung des Residenzmuseums Ziesar. Der Zusammenklang von romanischem Kirchenbau und mittelalterlichen, liturgischen Gesängen war besonders schön und eindrucksvoll. Am Abend fand die feierliche Wiedereinweihung des Altars durch ein Abendmahl statt. Die neue eichene Altarplatte hat der Buckauer Helmut Franz angefertigt. Mit besonderem Dank soll hier erwähnt werden: Unsere gut hundert von nah und fern angereisten Gäste, die teils das Museum in Ziesar besuchten, zum Teil aber auch den ganzen Tag in Buckau verbrachten, äußerten sich sehr begeistert und zufrieden über die gastfreundliche Aufnahme und Bewirtung in unserem Dorf durch den Buckauer Heimatverein. In seiner festlich geschmückten Heimatvereinsscheune bewirtete der Heimatverein die frierenden Besucher unserer Kirche und alle Aktiven mit einem zünftigen Imbiss, aber auch mit heißem Glühwein, was angesichts der „naturtemperierten“ Kirche und des etwas kühl ausgefallenen Pfingstfestes von unseren Gästen mit großem Wohlbehagen aufgenommen wurde. Besonderer Dank gebührt auch unserer Dorfjugend, die den ganzen Tag über mit einem reichhaltigen Büfett mit mehr als 20 verschiedenen Torten und Kuchen die Besucher verwöhnte. Ute Gandow,

Herrmann Kabelitz, Buckau

MAZ 19.05.2005
Sammlung: 500 Euro für Orgel
BUCKAU Rund 500 Euro sind direkt nach dem Festgottesdienst anlässlich der Wiederaufstellung des gotischen Marienaltars in der Buckauer Kirche zu Pfingsten für die von Carl Böttcher erbaute Orgel gesammelt worden, die als nächstes restauriert werden soll. Das sagte die Kirchenälteste Ute Gandow dem Landkurier. Damit habe die Kirchengemeinde Buckau für die überholungsbedürftige Orgel inzwischen mehr als 4000 Euro zusammen. „Bis die benötigten 30000 Euro beieinander sind, werden wir aber noch viel Kraft brauchen“, weiß Ute Gandow. Während wie bereits beim Marienaltar ein Teil des Geldes im Dorf und über Aktionen gesammelt werden soll, seien für das kommende Jahr 10 000 Euro aus dem Orgelfonds in Magdeburg in Aussicht gestellt worden.


Marienaltar in Buckau zurück  
Gotische Schnitzarbeit nach Restaurierung feierlich wiedereröffnet
(Märkische Allgemeine vom 17.5.2005)
BUCKAU Unscheinbar wirkt er und schlicht, der alte gotische Schnitzaltar von 1440 in der Buckauer Kirche. Mit geschlossenen Seitenflügeln ist ihm nicht anzusehen, was für ein Kleinod das wenige Kilometer von Ziesar entfernte Gotteshaus beherbergt. Lange Jahre führte der Schatz unbeachtet ein Schattendasein. Bis das Ehepaar Ute und Thomas Gandow von Berlin nach Buckau zog. Alsbald initiierte die rührige Pfarrersgattin, inzwischen Kirchenälteste, erfolgreich eine Spendenaktion. Rund 5000 Euro wurden eingesammelt. Die Sparkassenstiftung der MBS legte 3000 Euro dazu. Und so kam der Altar Anfang Oktober 2004 in die Werkstatt der Restauratorin Anna-Maria Meussling im anhaltinischen Plötzky. Nach behutsamen Reinigungs- und Reparaturarbeiten ist er zurück in Buckau. In einem Festgottesdienst wurde er am Pfingstsonntag in neuer, alter Pracht der Öffentlichkeit vorgestellt.
Nachdem die beiden Kirchenältesten, Ute Gandow und Hermann Kabelitz, die beiden Seitenflügel feierlich geöffnet hatten, erläuterte Pfarrer Manfred Richter, Leiter des Kunstdienstes der evangelischen Kirche, in seiner Festpredigt kenntnisreich das Altarbild. Mit verklärtem Lächeln, das Jesuskind auf dem rechten Arm, präsentiert sich die Gottesmutter Maria in goldenem Gewand der Gemeinde. Bei den vier heiligen Frauen neben ihr handelt es sich um die Heilige Katharina aus Alexandria in Ägypten. Aus Kleinasien stammt die Heilige Dorothea, die Schutzpatronin der Gärtner. Auch die Heilige Barbara kam aus Kleinasien. Weil sie sich gegen den Willen ihres Vaters dem Christentum zuwandte, hat er sie in einem Turm eingesperrt. Die Heilige Gertrud gilt als Schutzpatronin der um 1200 gegründeten Buckauer Kirche. Die achthundert Jahre alte Grabplatte einer Gertrudis aus Buckau dient als Altarstufe. Auf den beiden Seitenflügeln sind die zwölf Apostel dargestellt.

"Woher sollten wir sonst unseren Jesus nehmen?" Mit dieser rhetorischen Frage rechtfertigte Manfred Richter den Marienaltar in einer evangelischen Kirche. Sie sei schließlich die Gottesmutter und habe inmitten der Apostel den heiligen Geist empfangen. Der Pfarrer ließ auch den Eulenkot nicht unerwähnt, mit dem nach dem Bericht der Restauratorin der Altar reichlich beschmutzt war. Wenn schon die Tauben als heilig gelten, so seien Eulen als Symbole der Weisheit noch höher zu bewerten.

Pfarrer Gandow verlas den Text einer Pergamentrolle, die anstelle von Reliquien im Altar aufbewahrt wird. Mit dem Wunsch, dass es ihnen wohl ergehen möge, sind darin alle Menschen genannt, die auf irgendeine Weise zur Restaurierung des Altars beitrugen. ab

Zuhören und ansehen
Feierliche Einweihung in Kirche Buckau
BUCKAU
Unter dem Motto "Te Deum Laudamus" steht das Gastspiel des Ensembles "Vox Nostra" aus Berlin. Es reiht sich in das Festival Musica Mediaevalis ein, das vom künstlerischen Leiter Andreas Behrendt aus Lehnin verantwortet und renommiert gefördert wird.

Das Vokalensemble aus der Hauptstadt bringt feierliche Gesänge des Mittelalters zum Pfingstfest und zur Einweihung des Marienaltars zu Gehör. Das von 1430 stammende und kunsthistorisch wertvolle Inventar ist in den vergangenen Monaten aufwändig restauriert worden.

Zur Feier des Tages erklingen bekannte ein- und mehrstimmige Marienlieder des Spätmittelalters sowie ein Te Deum des 15. Jahrhunderts, das reizvoll zwischen einstimmigen und mehrstimmigen Passagen wechselt. Diese frühe Vertonung des Te Deum zeigt, wie hoch entwickelt die Kompositionskunst bereits im späten Mittelalter war, denn jede Stimme ist eigenständig gesetzt und verwebt sich auf kunstvolle Weise mit den anderen Stimmen.
Der Besuch der Dorfkirche Buckau anlässlich des Konzertes ist darüber hinaus eine vorzügliche Gelegenheit, am Beispiel des Marienaltars die hohe Kunst der Holzschnitzarbeiten zu bewundern. MAZ
Konzert mit dem Ensemble "Vox Nostra" am Sonntag, 15 Uhr, in der Dorfkirche Buckau.
Kartenreservierung bei Andreas Behrendt, Kloster Lehnin, (0 33 82) 74 14 77.(Märkische Allgemeine vom 12.05.2005 / Potsdam-Mittelmark)

  MAZ 12.05.2005
Buckau feiert Marienaltar
BUCKAU Anlässlich der Wiederaufstellung des restaurierten gotischen Marienaltars lädt die Kirchengemeinde Buckau am Pfingstsonntag zu Feierlichkeiten ein. Los geht es um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst. Die Predigt hält Manfred Richter, Leiter des Kunstdienstes der Evangelischen Kirche. An der Orgel musiziert Peter-Michael Seifried, Organist im Kloster Zinna und am Dom zu Berlin. Liturg ist Pfarrer Thomas Gandow aus Buckau. Das Festkonzert Te Deum Laudamus, das auch im Zeichen der Eröffnung des Museums zur Kultur- und Kirchengeschichte auf der Burg Ziesar steht, beginnt um 15 Uhr im Buckauer Gotteshaus. Im Rahmen des Festivals „Musica Mediaevalis“ singt das Ensemble Vox Nostra aus Berlin. Neben Seifried spielt der Lehniner Stiftskantor Andreas Behrendt auf der Böttcher-Orgel. Zu ihrem Gunsten werden nach dem Konzert Orgelpfeifen-Wein, Zwiebelkuchen und Schmalzstullen verkauft. Der Heimatverein Buckau sorgt für die Kaffeetafel. Mit einem Abendmahlgottesdienst um 18 Uhr, den Pfarrerin Claudia-Katharina Rost aus Ziesar leitet, wird der Marienaltar eingeweiht. Diese Schnitzarbeit aus dem Jahre um 1440 ist in sieben Monaten von Restauratorin Maria Meussling mit viel Liebe und Kunstfertigkeit aufgearbeitet worden.

Moderne trifft Romantik
Keyboard-Klänge in Buckauer Kirche
02.05.2005 / Brandenburg/Havel
BUCKAU Schön war es, richtig schön. Darüber waren sich die gut 60 Besucher einig, die am Samstag zum Konzert des Keyboard-Orchesters Ziesar in die Buckauer Kirche gekommen waren. Die
hüler der Musikschule Potsdam-Mittelmark haben unter der Leitung von Karl-Heinz Guschl ein Benefizkonzert für die Reparatur der Buckauer Orgel gegeben. Von Bach bis zur Musik aus dem Film "Titanic" war für viele Geschmäcker etwas dabei.

Der Anblick ist ungewohnt. Im Altarraum der Kirche sitzen 20 Musiker dicht an dicht vor ihren Keyboards. Überall schlängeln sich Kabel und Drähte. Hinten rechts schaut ein Schlagzeug hervor. Alle anderen Orchester-Instrumente können die Keyboards täuschend ähnlich imitieren.

Zumeist könnten sie mit den Originalnoten der Orchester-partituren arbeiten, informiert Sabine Guschl, die mit ihrem Mann die Keyboardgruppe seit November 1997 leitet. Die jungen Musiker müssten sehr gut Klavier spielen können, bevor sie im Orchesterensemble der Keyboardgruppe mitmachen können, erklärt sie.

Musik von Johann Pachelbel und Johann Sebastian Bach wirkt auf den Keyboards gespielt doch recht fremd. Kein Vergleich mit dem vollen Klang einer Orgel. Mit modernen Stücken wie "Ocean of Light", "Mandy" oder "My Way" können die Mitglieder des Keyboard-Orchesters nun aber die volle Klangvielfalt ihrer Instrumente demonstrieren. Besonderer Höhepunkt des Programms war zweifellos der fantastisch gespielte "Säbeltanz".

Mit ihren Soloauftritten bewies Nane Malek (15) beeindruckende Virtuosität an der Orgel. Wer ihr "Präludium g-moll" von Bach gehört hat, mag kaum glauben, dass das Mädchen erst seit einem Jahr Unterricht hat. Noch einmal überraschte sie die Zuhörer, als sie mit größter Fingerfertigkeit auf der Querflöte das Stück "Little Negro" von Georges Gershwin spielte .

Besonderes Talent bewies auch Ben Böttcher, der an der Berliner Universität der Künste Schlagzeug studieren will. Begleitet von Sabine Guschl am Keyboard, bewies er mit dem Konzert a-moll von Bach auf dem Marimbaphon sein virtuoses Können.

Wer den wunderbaren Klang der Buckauer Orgel erlebt hat, war gern bereit für ihre umfassende Renovierung zu spenden. 1864 von Karl Böttcher gebaut, zählt das seltene Instrument zu der Epoche der Romantik. Obwohl noch im Originalzustand erhalten, sind jetzt eine Reihe von Windkanälen und Orgelpfeifen defekt. 30 000 Euro soll die Reparatur kosten. 10 000 will die Kirche beisteuern. Etwa 4000 Euro an Spendengeldern wurden bereits gesammelt. 200 Euro haben die Besucher des Konzertes gespendet. ab



Kirchenräte ins Amt eingeführt
Neuanfang im Kirchspiel Ziesar / Gemeindeleben ist Schwerpunkt
Märkische Allgemeine 02.02.2005 / Brandenburg/Havel
ZIESAR "Ja, mit Gottes Hilfe." Über ein Dutzend Frauen und Männer haben sich mit einem öffentlichen Versprechen zu ihrem neuen Ehrenamt im Gemeindekirchenrat des Kirchspiels Ziesar bekannt. Bei einem feierlichen Gottesdienst in der Rottstocker Dorfkirche wurden die Mitglieder am Sonntag in das höchste Gremium der rund 700 Ziesaraner Christen eingeführt und gesegnet. Sie waren zuvor vom Kreiskirchenrat Elbe/Fläming bestätigt worden.

Mit dem formellen Akt besitzt das Kirchspiel Ziesar wieder einen arbeitsfähigen Gemeindekirchenrat unter Vorsitz von Siglinde Wendt. Pfingsten 2003 waren die damaligen Mitglieder wegen Spannungen mit Ex-Pfarrer Joachim Salomon zurückgetreten (MAZ berichtete). Inzwischen ist die Pfarrstelle in Ziesar neu besetzt, zum 14. Februar ist die Übergabe des Pfarrhauses mit der Dienstwohnung durch den früheren Pfarrer an die Kirchengemeinde im Beisein des Burger Superintendenten Wolfgang Schmidt geplant. Nach einer Renovierung wird das Pfarrer-Ehepaar Claudia Katharina Rost und Johannes-Christian Rost den Dienst- und Wohnsitz auf dem Breiten Weg beziehen. Beide Seelsorger teilen sich seit Oktober letzten Jahres die Pfarrstelle während ihrer zunächst dreijährigen Entsendungszeit. Die Neubesetzung bezeichnete Gemeindekirchenratsvorsitzende Wendt als einen "Glücksgriff". Von der freundlichen Art des Pfarrer-Duos seien die Mitglieder sehr angetan. Die seelsorgerische Arbeit stehe endlich wieder im Mittelpunkt, meinte Wendt.

Mit seiner Berufung kann sich auch der Gemeindekirchenrat wieder mit ganzer Kraft seinen eigentlichen Aufgaben widmen, nämlich der Organisation des Gemeindelebens, der Verwaltung der Finanzmittel und der Vertretung der Kirchengemeinde in Rechtsangelegenheiten. 2005 verfügt das Kirchspiel Ziesar über einen geplanten Etat von 361 000 Euro in den Einnahmen und Ausgaben. Der Löwenanteil der Ausgaben fließt in Baumaßnahmen wie die Stadtkirche Ziesar und die Bücknitzer Dorfkirche. Dafür gibt es Zuschüsse der Landeskirche.

Neben Siglinde Wendt aus Ziesar gehören dem Gemeindekirchenrat an: Ute Gandow und Hermann Kabelitz (Buckau); Silke Schmelzer (Dretzen); Petra Busse, Kathrin Franke und Jutta Paul (Stellvertreterin) aus Bücknitz; Horst Krüger und Brigitte Heinicke (Stellvertreterin) aus Köpernitz; Andrea Wallbaum-Haug (Rottstock); Hartmut Britzke und Kerstin Exner (Stellvertreterin) aus Steinberg; Sabine Haug, Doris Voigt, Günter Kahlitz, Gisela Lucht, Silke Räbel, Erika Schmidt und Elke Simon (Stellvertreterin) aus Ziesar. Dazu kommt Pfarrer Johannes-Christian Rost. bü


MAZ 15.01.2005
Zu „Abschied vom Altar / Buckauer Meisterwerk wird restauriert“,
11. 1., S. 1
Viel Geld im Dorf, bei Freunden und Touristen gesammelt
Über Ihren Bericht von unserem wunderschönen Marien-Altar und seiner Restauratorin Frau Meussling haben wir uns in Buckau sehr gefreut. Eine wichtige Kleinigkeit möchte ich aber richtigstellen. Sie schreiben: „Kirche und die MBS-Stiftung brachten über 8000 Euro für die Restaurierung auf.“ In Wirklichkeit ist es so: Für die Restaurierung unseres Altars haben wir ein Jahr lang Spenden im Dorf sowie bei Freunden und Touristen gesammelt. Unser Buckauer Frauenkreis hat bei Dorffesten Kaffee und Kuchen „verspendet“. Gönnerinnen und Gönner sogar aus Hamburg, Potsdam, Baruth und Berlin haben wertvolle Sachspenden für einen Antikmarkt geschenkt. Auch bei Festgottesdiensten zu Erntedank und Weihnachten wurde für die Wiederherstellung des Altars gesammelt. So haben mehr als 100 Spenderinnen und Spender, darunter viele aufmerksame MAZ-Leser, dazu beigetragen, dass schließlich über 5000 Euro zusammengekommen sind. Wir sind dankbar dafür, dass die MBS die große Eigeninitiative unseres Dorfes belohnt und mit einer Spende von 3000 Euro auf den benötigten Betrag von 8000 Euro aufgerundet hat, sodass die Restaurierung nun begonnen werden konnte.

Ich schreibe dies, damit die vielen Einzelnen – Kirchenmitglieder oder nicht –, die dazu beigetragen haben, unseren Altar zu retten, geehrt werden und andere dadurch Mut bekommen, auch aktiv zu werden, um ihre Schätze zu erhalten. Pfarrer Thomas Gandow, Buckau



Ein Engel im Hühnerstall
Barockes Meisterwerk in Buckau entdeckt / Spendensammlung läuft
Märkische Allgemeine, 12.01.2005 / Brandenburg/Havel
FRANK BÜRSTENBINDER
BUCKAU Ausgerechnet im Hühnerstall machte Thomas Gandow eine sensationelle Entdeckung. Unter Gerümpel fand der Pfarrer die Reste eines barocken Taufengels, der einst in der benachbarten Dorfkirche gehangen haben muss. Auf der Suche nach Brennholz machte Gandow Wochen später auf dem Hof des Buckauer Pfarrhauses, das er 1999 bezog, den nächsten Fund: die segnende Hand des verloren geglaubten Taufengels. Der Zustand des kunstvoll geschnitzten Meisterwerkes war bedauernswert.

Dem Engel fehlt die linke Hand, in der er vermutlich eine Taufschale hielt. Diese fehlt nun ebenso wie ein Unterarm und ein Bein. Tiefe Risse durchziehen das Holz vom Kopf bis zum Gewandende. "Wir haben den Engel zur Konservierung ins Konsistorium nach Magdeburg gebracht", berichtet Pfarrersfrau Ute Gandow. Sie hatte im Gemeindebrief zum Jahreswechsel die Mitglieder der Buckauer Kirchengemeinde über die schlagzeilenträchtige Entwicklung des Engelfundes entwickelt.

In ihrer Serie "Engel der Woche" hat nämlich die Mitteldeutsche Zeitung auf das Schicksal des Buckauer Engels aufmerksam gemacht. Der Bericht fiel auf fruchtbaren Boden. Jetzt kümmern sich Schüler der Magdeburger Grundschule "Pierre Trudeau" rührend um Spenden für den Engel. Allein die Konservierung soll etwa 2500 Euro kosten. Derzeit ist völlig offen, wann der Taufengel in der Buckauer Dorfkirche je wieder seinen Platz einnehmen kann. "Doch die Kinder, die sich um Spenden bemühen, würden wir gern nach Buckau einladen", sagt Pfarrersfrau Ute Gandow.

Dass der Engel im Magdeburger Konsistorium aufbewahrt wird, hat historische Gründe. Buckau gehört wie der gesamte Pfarrsprengel Ziesar zum Kirchenkreis Elbe-Fläming der Evangelischen Kirchenprovinz Sachsen, die vor allem große Teile Sachsen-Anhalts einschließt. Im Dorf selbst können sich nicht einmal die älteren Kirchgänger an einen Taufengel erinnern. Er muss also bereits vor vielen Jahrzehnten aus dem Gotteshaus geschafft worden sein.

Der spätromanische Feldsteinbau hat überhaupt einige Superlative für brandenburgische Verhältnisse zu bieten. Um 1150 errichtet, gehört die Buckauer Kirche zu den ältesten Gotteshäusern im Land. Ein noch erhaltener zweiflügliger Altar aus dem 15. Jahrhundert ist von unschätzbarem Wert. Er wird gerade restauriert (MAZ berichtete). Eine Besonderheit ist auch die Altarstufe, die eigentlich ein Grabstein ist. Mit seinen 800 Jahren soll er der der älteste Grabstein in der Mark sein. Und mit ihrer Orgel haben die Buckauer ein ebenso wertvolles Instrument. Es ist wahrscheinlich die einzige original erhaltene Carl-Böttcher-Orgel. Böttcher war ein Magdeburger Orgelbauer im 19. Jahrhundert, über den nur wenig bekannt ist. Die Orgel muss dringend gereinigt und überholt werden. Deshalb läuft derzeit eine Spendenaktion. Rund 30 000 Euro werden benötigt. Vor drei Jahren ließ die evangelische Kirche das Dach sanieren. Der Landkreis unterstützte die Arbeiten mit Geld aus seinem Denkmaltopf.
(Märkische Allgemeine vom 12. Januar 2005)

Berühmt
Märkische Allgemeine, 12.01.2005
FRANK BÜRSTENBINDER
Der Buckauer Altar aus dem 15. Jahrhundert ist schon berühmt, der im Hühnerstall entdeckte Taufengel ist drauf und dran es zu werden. Schon vor langer Zeit muss er in der Kirche von der Decke genommen worden sein. Nach seiner spektakulären Wiederentdeckung unter einem Haufen Gerümpel gebührt dem barocken Meisterwerk ein würdiger Platz in einer der ältesten Dorfkirchen Brandenburgs. Doch so weit ist es lange nicht. Die Konservierung und Restauration wird viel Geld kosten. Die Buckauer konzentrieren sich derzeit auf andere Aufgaben. In einem Kraftakt gelang es ihnen, Spenden für die Aufarbeitung des kostbaren Altars aufzutreiben. Der wird Ostern wieder an seinem Platz sein. Nun ist die Orgel dran. Viele Orgelbauer haben das Instrument bereits besichtigt und bewundert. Doch rund 30 000 Euro sind nötig, um die Böttcher-Orgel wieder voll bespielbar zu machen. Auf dem Weg zum Eigenkapital ist die Kirchengemeinde schon einen guten Schritt vorangekommen. Doch für den Engel bleibt vorerst keine Kraft. Um so rührender ist das Engagement von Magdeburger Grundschülern beim Einwerben von Spenden. Sie haben sich einen Besuch in Buckau verdient, um zu sehen, wo der berühmte Engel zu Hause ist.


 
Abschied vom Altar
Buckauer Meisterwerk wird restauriert
Märkische Allgemeine - Gesamtausgabe 11.01.2005
BUCKAU Ein letztes Mal bekreuzigte sich Thomas Gandow vor dem Altar, dann legte der Pfarrer das Schicksal des prächtigsten Inventars der Kirche von Buckau (Potsdam-Mittelmark) in die Hände von Anna-Maria Meussling. Die Restauratorin aus dem anhaltinischen Plötzky wird noch drei Monate brauchen, um einen der kostbarsten märkischen Altäre zu reinigen und zu konservieren.

Dazu baute die Expertin den zweiflügligen Altar, den ein unbekannter Meister um 1430 vermutlich unter böhmischem Einfluss schuf, vorsichtig ab. Der Wert des Buckauer Altars ist unschätzbar. Die etwa zwei mal eineinhalb Meter große Arbeit gehört zu den wenigen Altären in ostdeutschen Dorfkirchen, die aus dieser Zeit erhalten blieben. Auf den Flügeln sind in Tempera-Farben jeweils sechs Apostel dargestellt. Das Mittelteil beherrscht eine aus Lindenholz geschnitzte Madonna mit dem Jesuskind, rechts und links von weiblichen Heiligen beschützt. Ein Kruzifix mit dem leidenden Jesus krönt das Meisterwerk. Kirche und die MBS-Stiftung brachten über 8000 Euro für die Restaurierung auf. Ostern soll der Altar wieder in Buckau sein. bü



MAZ 30.12.2004
Jahresrückblick: Falscher Postbote klingelt in Buckau
Scientology stellt Sekten-Aussteiger nach


BUCKAU Einer der bekanntesten Aussteiger aus der Scientology-Kirche, der Amerikaner Gerald Armstrong, hat sich acht Monate lang in Buckau versteckt. Untergetaucht war er beim Sektenbeauftragten der evangelischen Kirche Thomas Gandow, der seit vier Jahren im Dorf lebt.

Scientology stellt dem Aussteiger in Buckau nach. Dafür heuert die Kirche den bekennenden Scientologen und Immobilien-Sachverständigen Mirko Otto an. Der beschattet die Gandows und macht heimlich Fotoaufnahmen, auch auf der Autobahn. Wegen Nötigung im Straßenverkehr landet Otto im Mai vor Gericht. Otto muss 1000 Euro an Unicef zahlen. Dafür wird das Verfahren eingestellt. Scientology argumentiert, sie habe mit Hilfe der Fotos Armstrongs Aufenthalt in Deutschland ausfindig machen wollen. Der soll eine Schweigevereinbarung mit der Kirche gebrochen haben und war deshalb von Scientology verklagt worden. Wiederholt versuchen Sekten-Anhänger den Aussteiger in Buckau anzutreffen. So klingelt ein falscher Postbote bei Gandows, um ein Paket für Armstrong abzugeben. uw



Engel der Woche:
Taufengel aus der Dorfkirche in Buckau  

(Mitteldeutsche Zeitung, 15.12.2004)
Der barocke Taufengel aus der Dorfkirche in Buckau (Foto: ekkps)Buckau/MZ. Heute geht es um den barocken Taufengel aus der Dorfkirche in Buckau bei Ziesar. Der Ort liegt im Süden von Brandenburg und gehört zum Kirchenkreis Elbe-Fläming der Evangelischen Kirchenprovinz Sachsen, die vor allem große Teile Sachsen-Anhalts einschließt. Der aus Holz geschnitzte Buckauer Engel ist sehr wertvoll. Einst war er wohl hängend angebracht, derzeit besteht er aus vier Teilen. In der linken Hand hielt er wahrscheinlich eine Taufschale. Diese fehlt nun ebenso wie wie ein Unterarm und ein Bein. Risse, vor allem im Kopf, müssen dringend geschlossen werden. Inzwischen kümmern sich bereits Schüler der Magdeburger Grundschule "Pierre Trudeau" rührend um Spenden für den Engel. Allein die Konservierung soll etwa 2 500 Euro kosten. Für Spenden zur Rettung der Engel ist ein Konto bei der KD-Bank eingerichtet worden: Konto-Nr. 1570290017 Bankleitzahl: 35060190

 
Himmlisch -
Schüler werben für historische Engelsfiguren

(Anhaltweb 09.11.2004)
Elf Mädchen und Jungen in Engelskostümen werben am Donnerstag im Magdeburger Dom für die Restaurierung historischer Taufengel in den Kirchen Mitteldeutschlands.

Die Kinder gehören zur Internationalen Grundschule Pierre Trudeau und sammelten bereits mit der Aktion «Paten für Engel» Geld für die Restaurierung des hölzernen Taufengels aus der Dorfkirche Buckau bei Ziesar, wie die Kirchenprovinz Sachsen am Montag in Magdeburg mitteilte. «Paten für Engel» ist eine Initiative zur Rettung von Taufengel-Figuren in den Kirchen Mitteldeutschlands. Viele der mehr als 200 Figuren in den Gemeinden der Kirchenprovinz Sachsen sind durch Feuchtigkeit oder Holzwurmbefall stark beschädigt. Anlass der Spendenaktion ist die für 2006 geplante Ausstellung «1000 Jahre Taufe in Mitteldeutschland». Vom 20. August bis zum 5. November 2006 sollen 30 Taufengel in der Kuppel des Hohen Chors im Magdeburger Dom schweben. Schirmherr der Aktion «Paten für Engel» ist der Bischof der Kirchenprovinz Sachsen, Axel Noack.

Taufengel waren im gesamten protestantischen Bereich im 17. und 18. Jahrhundert ein beliebtes und praktisches Taufgerät. Entscheidend für die Einführung der Taufengel in den protestantischen Kirchen war die Neugestaltung des Kirchen-Innenraumes. Der durch die Bevölkerungszunahme größer werdende Platzbedarf in den Kirchen führte zum Einbau von Emporen, die sich zum Teil bis in den Altarraum ausdehnten.

Eine Möglichkeit, um den überfüllten Chorraum zu entlasten, war die Entfernung des unbeweglichen Taufsteins und die Einführung eines im Chorraum an einem Seil oder Gestänge aufgehängten Taufengels. Er wurde zu Taufen herabgelassen. Mitte des 19. Jahrhunderts verschwanden viele Taufengel aus theologischen und kunstkritischen Gesichtspunkten wieder aus den Kirchen. Magdeburg (ddp-lsa)

 
Schulklasse hilft bei Erhalt von Taufengeln in Mitteldeutschland
(Pressestelle der Kirchenprovinz Sachsen 69/ 2004 - 8. November 2004) 
 Fototermin: Kinder werben in Engelkostümen für historische Engelfiguren

Elf Mädchen und Jungen in Engelkostümen werben am 11. November 2004 im Magdeburger Dom für die Restaurierung historischer Taufengel in den Kirchen Mitteldeutschlands. Im Hohen Chor des Domes gruppieren sich die Mädchen und Jungen um 13 Uhr um den restaurierungsbedürftigen Taufengel aus der Dorfkirche Buckau bei Ziesar.
Die Kinder gehören zur Internationalen Grundschule Pierre Trudeau im Norden Magdeburgs. Die Schülerinnen und Schüler sammelten bereits durch den Verkauf von Kuchen und selbst gebastelten Engelskarten im Rahmen der Aktion „Paten für Engel“ Geld für die Restaurierung des hölzernen Taufengels.
Dr. Bettina Seyderhelm, Kunstreferentin der Kirchenprovinz Sachsen, stellt im anschließenden Pressegespräch die Spenden-Kampagne sowie die Situation der Taufengel in der Kirchenprovinz Sachsen vor.

                                        Aktion „Paten für Engel“
„Paten für Engel“ ist eine Initiative zur Rettung von Taufengel-Plastiken in den Kirchen Mitteldeutschlands. Viele der über 200 Skulpturen in den Gemeinden der Kirchenprovinz Sachsen sind durch Feuchtigkeit oder Holzwurmbefall stark beschädigt. Anlass der Spendenaktion ist die für 2006 geplante Ausstellung „1000 Jahre Taufe in Mitteldeutschland“. Vom 20. August bis zum 5. November 2006 sollen 20 Taufengel im Hohen Chor im Magdeburger Dom schweben. Schirmherr der Aktion „Paten für Engel“ ist der Bischof  der Kirchenprovinz Sachsen, Axel Noack.

                                        Stichwort - Taufengel
Taufengel waren im gesamten protestantischen Bereich im 17. Und 18. Jahrhundert ein beliebtes und praktisches Taufgerät. Entscheidend für die Einführung der Taufengel in den protestantischen Kirchen war die Neugestaltung des Kirchen-Innenraumes.
Der durch die Bevölkerungszunahme größer werdende Platzbedarf in den Kirchen führte zum Einbau von Emporen, die sich zum Teil bis in den Altarraum ausdehnten. Hinzu kam, dass Personen von Rang standesgemäße Plätze beanspruchten. So wurde der Chorraum häufig der bevorzugte Platz für das Patronatsgestühl. Eine Möglichkeit, um den überfüllten Chorraum zu entlasten, war die Entfernung des unbeweglichen Taufsteins und die Einführung eines im Chorraum an einem Seil oder Gestänge aufgehängten Taufengels, der zu Taufhandlungen herabgelassen werden konnte. Mitte des 19. Jahrhunderts verschwanden viele Taufengel aus theologischen und kunstkritischen Gesichtspunkten wieder aus den Kirchen.
Bei Rückfragen: Oliver Vorwald, Pressesprecher der Kirchenprovinz Sachsen (0179 – 499 84 27).

 
Abschied vom Buckauer Altar  
Kostbarkeit für halbes Jahr in der Werkstatt / Dann ist die Orgel dran

(Märkische Allgemeine vom 05.10.2004)
FRANK BÜRSTENBINDER BUCKAU
Ein letztes Mal bekreuzigte sich Thomas Gandow vor dem Altar, dann legte der Pfarrer das Schicksal des prächtigsten Inventars der Buckauer Kirche in die Hände von Anna-Maria Meussling. Die Restauratorin aus dem anhaltinischen Plötzky wird etwa sechs Monate brauchen, um einen der kostbarsten märkischen Altäre zu reinigen und zu konservieren. Dies wird jedoch nicht in der Kirche, sondern in der heimischen Werkstatt geschehen. Deshalb baute die Expertin den zweiflügligen Altar, den ein unbekannter Meister um 1430 schuf, am Sonntag nach dem Erntedankgottesdienst unter größter Vorsicht ab. Nächstes Jahr Ostern soll er aufgefrischt wieder seinen  
angestammten Platz einnehmen.

"Unschätzbar ist der Wert des Buckauer Altars", sagte Anna-Maria Meussling. Das etwa zweimal eineinhalb Meter große Stück gehört zu den wenigen Exemplaren, die in Dorfkirchen erhalten geblieben sind. Und was für eines: Auf den beiden Flügeln sind in Tempera-Farben jeweils sechs Apostel dargestellt. Das Mittelteil beherrscht eine aus Lindenholz geschnitzte Madonna mit dem Jesuskind auf dem Arm. Zur rechten und linken Seite beschützt von je zwei weiblichen Heiligen, die ebenfalls geschnitzt sind. Ein Kruzifix mit dem leidenden Jesus krönt das Meisterwerk. Doch dem droht Gefahr. Der hölzerne Altar ist auf der Rückseite von oben bis unten gerissen. Vogelkot und hohe Luftfeuchte haben den Farben und Figuren gehörig zugesetzt. "Außerdem fehlt ein ordentliches Unterteil", stellt Restauratorin Meussling fest. Seit Jahren dienen zwei kleine Sockel als Auflage zum Unterschrank. Übermalungen der offenbar unter böhmischem Einfluss entstandenen Originalfassung wird es nicht geben. Auffrischen und sichern, lautet die Devise.

Dass sie sich überhaupt an die Arbeit machen kann, ist den Spenden der Gemeindemitglieder zu verdanken. Über 5000 Euro wurden eingesammelt. Die Sparkassen-Stiftung der MBS legte 3000 Euro dazu. Mit einer Verjüngungskur für ihren Altar geben sich die Buckauer jedoch nicht zufrieden. Die Orgel in der um 1150 errichteten Kirche muss dringend gereinigt und überholt werden. Deshalb ist bereits die nächste Spendenaktion angelaufen. "Über 400 Euro kamen bislang zusammen", freut sich Pfarrer Gandow.

Die Kirche selbst erhielt vor drei Jahren ein neues Dach. Der spätromanische Feldsteinbau gehört zu den ältesten Gotteshäusern im Land Brandenburg. Kein Wunder, kann doch Buckau in zwei Jahren seine 1060-Jahr-Feier begehen.


MAZ 01.06.2004
Eine Scheune zum Geburtstag
Buckauer Heimatverein besteht seit zehn Jahren

BUCKAU Normalerweise läuft es umgekehrt. Wer Geburtstag hat, bekommt Geschenke. Die Mitglieder des Heimatsvereins Buckau drehen den Spieß um und spendieren ihrem Dorf anlässlich des 10. Vereinsgeburtstages eine restaurierte Gemeindescheune. Was da bis vor kurzem vis-à-vis des Gemeindehauses stand, sei eine Dreckecke mit Gerümpellager mittendrin gewesen, sagt Fritz Schmidt, Vorsitzender des Vereins.

Und so mussten die Scheune, die wenigstens 100 Jahre alt sein soll, und das Grundstück erst einmal gründlich von dem Krempel befreit werden, der sich über Jahre dort angesammelt hat. Eigentlich wollte der Verein schon zur Geburtstagsfeier am Samstagabend eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Ortes und der regionalen Landwirtschaft präsentieren. „Doch wir waren bis zum Schluss mit den Bauarbeiten beschäftigt“, berichtet Schmidt. Die Ziesaraner Firma Bag habe den Asphalt für den Fußboden der Scheune spendiert und das Unternehmen G&G, ebenfalls aus Ziesar, die Pflastersteine, die den Platz vor dem Gemäuer zieren. Noch eine Reihe weiterer Betriebe habe das Projekt des Buckauer Vereins unterstützt.

Bei gut 220 Einwohnern, die Buckau zählt, einen Heimatverein mit 57 Mitgliedern zu haben ist beachtlich – auch wenn einige dabei seien, die schon vor geraumer Zeit fortgezogen wären, wie Schmidt ergänzt. Im Laufe der zehn Jahre sei es gelungen, Traditionen am Leben zu erhalten und neue zu begründen. Dazu zählten unter anderem das Osterfeuer, das Aufstellen des Maibaumes und das Feldsteinwerfen im Sommer. Auch habe der Verein dafür gesorgt, dass das Kriegerdenkmal vor der Kirche wieder ansehnlich aussieht und eine Tafel mit den Namen der Soldaten aus Buckau erhält, die im Zweiten Weltkrieg umgekommen sind.

Und die nächsten Projekte? In drei Wochen wird die örtliche Feuerwehr 110 Jahre alt. Noch größer geht es in zwei Jahren zu, „wenn Buckau sein 1060-jähriges Jubiläum begeht“, sagt Ortschronist Werner Jape. Dann soll der Ort, wahrscheinlich der älteste des Landes Brandenburg, seine erste gedruckte Chronik bekommen. ei

MAZ 6.05.2004
Auf der Jagd nach dem Aussteiger
Scientologe landet wegen Nötigung im Straßenverkehr vor dem Amtsgericht Brandenburg
ULRICH WANGEMANN

BRANDENBURG/H. Sekten sind sehr anhänglich. Sie umarmen ihre Mitglieder und sie lassen sie überhaupt nicht gern gehen. Verhasst ist ihnen der Aussteiger, vor allem, wenn er über das Innenleben der Organisation berichtet.

So ein Mann ist Gerald Armstrong. Der US-Amerikaner war zwölf Jahre lang Mitglied der Scientology-Kirche. Er besaß das Vertrauen des Gründers L. Ron Hubbard, er wurde dessen Biograf und er verwaltete das Archiv der Freikirche. 1981 stieg er aus, ließ – so sieht es die Sekte – einen Stapel vertraulicher Papiere mitgehen und wandelte sich zu einem der weltweit schärfsten Kritiker der Glaubensgemeinschaft. Seither herrscht ein offener Krieg zwischen Armstrong und seinen ehemaligen Glaubensbrüdern, eine Auseinandersetzung, die gestern im Amtsgericht Brandenburg/Havel einen vorläufigen Höhepunkt fand.

Vordergründig ging es um ein Verfahren wegen Nötigung im Straßenverkehr. So etwas kommt alle Tage vor. Aber auf der Anklagebank saß kein links blinkender Bleifuß, sondern der Berliner Immobilien-Sachverständige und bekennende Scientologe Mirko Otto. Und der 34-Jährige hatte nicht irgendwen bedrängt. Er hatte den renitenten Aussteiger gefunden.

Der Fall könnte einem schlechten Agentenfilm entlehnt sein: Am 19. Januar 2003, einem Sonntag, hatte Dirk Otto mit Kamera und Teleobjektiv bewaffnet vor dem Haus des Sektenbeauftragten der evangelischen Kirche, Thomas Gandow, im Dorf Buckau bei Brandenburg/Havel Stellung bezogen. Otto war ganz nah dran. Er wusste, dass Gerald Armstrong unter das Dach das Sektenbeauftragten geschlüpft war. Allein es fehlte der Beweis.

Als die Gandows in Begleitung Armstrongs in ihrem Auto zu einem Gottesdienst in Berlin aufbrachen, heftete sich der Scientology-Mann an ihre Fersen. Auf der A2 in Richtung Berlin fuhr er auf der mittleren Fahrspur an das Auto des Kirchenmanns heran und knipste die Insassen. Thomas Gandows Ehefrau Ute, die das Auto steuerte, sagte, Ottos Opel sei bei Tempo 100 bis auf eine Armlänge an ihr Auto heran gekommen. „Ich hatte Angst, er schaute ja gar nicht auf die Straße, sondern durch den Sucher.“

Dann habe sich der Beschatter vor ihren Wagen gesetzt und die Fahrt verlangsamt, so dass sie bis auf eine Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern abbremsen musste. Otto sei anschließend davon gefahren, habe aber am nächsten Rastplatz gewartet, um das vorbei fahrende Auto des Pfarrers von der anderen Seite zu fotografieren.

Dann sprang Otto wieder in sein Auto und wiederholte das Spielchen. „Er fuhr so dicht auf, dass ich das Nummernschild nicht mehr im Rückspiegel sehen konnte“, sagte Ute Gandow gestern aus. Wieder fuhr er vorbei und fotografierte die Insassen. Auf Höhe des Dreiecks Werder fing ihn schließlich eine von Thomas Gandow herbeigerufene Streife der Autobahnpolizei ab.

Otto streitet die Verfolgungsjagd nicht ab. „Im Auftrag der Kirche“ habe er Bilder von Thomas Gandow und seinem Gast schießen sollen. Es sei um einen „Haftbefehl gegangen“. Scientology argumentiert, sie habe mit Hilfe der Fotos Gerald Armstrong ausfindig machen wollen, um ihn dann gerichtlich belangen zu können.

Tatsächlich hatten die Sekte und Armstrong zur Tatzeit eine Rechnung offen. Es ging um 10 Millionen Dollar. Auf diese Summe hatte Scientology den Aussteiger vor einem US-Gericht verklagt. Er soll angeblich eine Schweigevereinbarung gebrochen haben, die er mit der Organisation getroffen hatte. In diesem Übereinkommen hatte Armstrong gelobt, kein schlechtes Wort mehr über die Scientologen zu verlieren. Bei Zuwiderhandlung wurde Schadensersatz in Höhe von 500000Dollar vereinbart. Nach Überzeugung der Sekte hat Armstrong sein Wort inzwischen 20 mal gebrochen – macht zusammen zehn Millionen Dollar.

„Gerry wollte sich in Deutschland auf den Prozess vorbereiten“, sagt Thomas Gandow, der Armstrong acht Monate lang unter seinem Dach in Buckau beherbergte. Die Scientologen hatten Armstrong schon bald bei dem streitbaren Theologen vermutet. Weihnachten 2002 etwa stand ein angeblicher Paketbote im Garten der Familie Gandow und wollte ein Weihnachtspäckchen an Armstrong abgeben – der Mann war ein Agent der Sekte. Auf Gandow, der Armstrong gern als Vorzeige-Aussteiger mit auf Reisen nimmt, sind die Freikirchler ohnehin nicht gut zu sprechen. Die Organisation unterstellt ihm ein „Selbstverständnis in etwa zwischen einem Inquisitor und Kreuzfahrer“. Der evangelische Pfarrer habe sich auf Scientology „eingeschossen“.

Die Brandenburger Amtsrichterin weigerte sich gestern, in die Tiefen dieses Konflikts einzutauchen. Sie beschränkte ihre Fragen auf den Eingriff in die Verkehrsordnung. Entsprechend unspektakulär fiel die Entscheidung des Gerichts aus: Dirk Otto muss 1000Euro an das Kinderhilfswerk Unicef zahlen. Im Gegenzug wurde das Verfahren eingestellt.

Gerald Armstrong lebt inzwischen in Kanada. Ein US-Gericht hat ihm eine Geldstrafe von 500000Dollar auferlegt, zahlbar an Scientology.


MAZ 26.05.2004
In Buckau beschattet
Scientology stellt Sekten-Aussteiger nach / Amtsgericht fällt Urteil
ULRICH WANGEMANN

BUCKAU Einer der bekanntesten Aussteiger aus der Scientology-Kirche, der Amerikaner Gerald Armstrong, hat sich acht Monate lang in Buckau versteckt. Untergetaucht war er bei dem Sektenbeauftragten der evangelischen Kirche Thomas Gandow, der seit vier Jahren in dem Ort lebt. „Er hat bei uns unter dem Dach gewohnt“, sagt Gandow.

Bekannt geworden ist die Anwesenheit des zu einem der schärfsten Kritiker der umstrittenen Organisation gewandelten Armstrong nun durch einen Prozess vor dem Amtsgericht Brandenburg. Dort musste sich gestern der von der IHK Berlin öffentlich bestellte Immobilien-Sachverständige und bekennende Scientologe Mirko Otto wegen des Vorwurfs der Nötigung im Straßenverkehr verantworten. Der 34-Jährige hatte am 19. Januar 2003 auf der Autobahn mehrfach Fotos vom Wagen der Gandows gemacht.

Otto hatte an jenem Sonntagmorgen vor dem Haus der Gandows gewartet, seine Kamera mehrfach auf die Fenster gerichtet. Als die Gandows in Begleitung Armstrongs in ihrem Auto davonfuhren, heftete sich der Scientology-Mann an ihre Fersen. Auf der Autobahn in Richtung Berlin fuhr er auf der mittleren Fahrspur an das Auto heran und knipste die Insassen. Thomas Gandows Ehefrau Ute, die das Auto steuerte, sagte, Ottos Opel sei bei Tempo 100 bis auf eine Armlänge an ihr Auto herangekommen. „Ich hatte Angst, er schaute ja gar nicht auf die Straße, sondern durch den Sucher“, sagte Ute Gandow.

Dann habe sich der Beschatter vor ihren Wagen gesetzt und abgebremst, so dass sie bis auf eine Geschwindigkeit von 50 Stundenkilomtern abbremsen musste. Otto sei anschließend davongefahren, habe aber am nächsten Rastplatz gewartet, um das vorbeifahrende Auto des Pfarrers von der anderen Seite zu fotografieren. Das habe er mindestens einmal wiederholt, bis ihn auf Höhe des Dreiecks Werder eine von Thomas Gandow herbeigerufene Streife der Autobahnpolizei abfing.

Vor Gericht gab Mirko Otto die Beschattung zu. Er habe den „Auftrag der Kirche“ gehabt, Fotos von Armstrong und dem Sektenbeauftragten zu machen. Er bestritt aber, dass aus einem weiteren Fahrzeug Fotos gemacht worden seien. Das hatte Ute Gandow ausgesagt.

Hintergrund ist offenbar ein Prozess, den die Kirche bis vor kurzem in den USA gegen Armstrong führte. Darin hatte die Organisation den ehemaligen Archivar und Biografen des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard auf Schadenersatzansprüche in Höhe von 10Millionen Dollar verklagt, weil er angeblich eine Schweigevereinbarung gebrochen hatte, die er mit der Organisation getroffen hatte. Im April verurteilte ein Zivilgericht Armstrong zu einer Geldstrafe von einer halben Million Dollar. Scientology argumentiert, sie habe mit Hilfe der Fotos Armstrongs Aufenthaltsort in Deutschland ausfindig machen wollen, um ihn gerichtlich belangen zu können. Tatsächlich hatten Mitglieder der Sekte wiederholt versucht, den Aussteiger anzutreffen. So hatte etwa ein falscher Postbote bei Gandows geklingelt, um ein angebliches Weihnachtsgeschenk für Armstrong abzugeben.

Das Amtsgericht beschränkte sich gestern allerdings auf den Eingriff in die Verkehrsordnung. Dirk Otto muss 1000Euro an Unicef zahlen. Dafür wurde das Verfahren eingestellt.


MAZ 07.02.2003
Dorfkirche im Scheinwerferlicht
Buckauer Heimatverein lässt Gotteshaus anstrahlen /
Die Vorhaben für 2003


BUCKAU Der im Mai 1994 gegründete Heimatverein Buckau hat seine Mitgliederzahl inzwischen fast verdoppelt. Nach zwei Eintritten in diesem Jahr zählt der Verein jetzt bereits 54 Mitglieder. Und Wolfgang Atzinger ist vom ersten Tag an der Vorsitzende.

Stand in den ersten Jahren die Unterstützung der Dorferneuerung im Vordergrund, ist es heute verstärkt die Geselligkeit. Das Osterfeuer (19. April) ist genauso zu einer Tradition geworden wie das Aufstellen eines Maibaumes (30. April) oder das Herbstfeuer (25. Oktober). Auch das vor einigen Jahren kreierte Feldsteinwerfen, es findet am 16. August neben der Kirche statt, ist bereits über die Dorfgrenzen hinweg bekannt. Dieses Mal wird es als Rahmenprogramm erstmals einen Trödeltauschmarkt in Buckau geben. Auf dem Programm stehen aber auch wieder zwei Radwanderungen (21. Juni und 20. September) sowie am 8. März eine Winterwanderung in die benachbarte Kolonie Wittstock.

Nachdem das Reiterfest 2002 ausfallen musste, will der Reit- und Fahrverein dieses Turnier in diesem Jahr wieder auf die Beine stellen. Geplant ist es für den 26. und 27. Juli. „Wir werden es natürlich wieder unterstützen", verspricht Wolfgang Atzinger. Auch die Kranzniederlegung an dem vom Verein gepflegten Kriegerdenkmal am Volkstrauertag ist längst zur Tradition geworden. Neu ist dagegen, dass auf Initiative des Heimatvereins die Dorfkirche angestrahlt wird. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Fritz Schmidt hat die Scheinwerfer Ende vorigen Jahres installiert. Dadurch soll die aus dem 12. Jahrhundert stammende Dorfkirche ins rechte Licht gerückt werden. Und damit an dieser kleinere Schäden ausgebessert werden können, hat der Heimatverein auf einen Spendenaufruf des Gemeindekirchenrates reagiert und 400 Euro überwiesen. bü


MAZ 29.12.2001
Bald wieder eine feste Burg
Der Dachstuhl der Buckauer Kirche wird saniert / Frost stoppt Arbeiten

BUCKAU Eine feste Burg ist unser Gott. Was in großen Buchstaben im Eingangsbereich der Buckauer Dorfkirche zur Erbauung des christlichen Glaubens geschrieben steht, kann bald wieder wörtlich für den Bauzustand eines der ältesten Gotteshäuser in der Mark gelten.

Für rund 120 000 Mark lässt derzeit die evangelische Kirche das Dach des spätromanischen Feldsteinbaus sanieren. Zimmerer, Maurer und Dachdecker sorgen dafür, dass die um 1150 errichtete Buckauer Kirche keinen Regenguss mehr fürchten muss. Kirchenratsmitglied Reinhold Eichelmann kann sich noch gut an die Zeit vor der Wende erinnern: „Da haben wir die Orgel mit der Plane abgehängt.“ Eigentlich sollte die Sanierung bereits beendet sein. Doch der Niemegker Dachdeckermeister Kurt Lutsch und seine Leute mussten wegen Schnee und Frost eine Zwangspause einlegen. Sie decken die historischen Ziegel um und verlegen sie in ein neues Mörtelbett. „Bei offenem Wetter sollen die Arbeiten im Januar fortgesetzt werden“, kündigt Holger Bönisch vom begleitenden Ingenieurbüro an. Nicht eingeplant war eine Unterbrechung, die von Fledermäusen hervorgerufen wurden. Die haben im Dachstuhl ihre Wochenstube. Nach dem Abzug der Flattertiere ging es weiter.

Mit 20 000 Mark unterstützt der Kreis aus seinem Denkmaltopf die Rekonstruktion. Für Denkmalpfleger Franz Ziemens, der den Altkreis Brandenburg betreute, war es die letzte Baustelle. Er geht jetzt in den Ruhestand. bü



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